Mögliche Lösungsansätze für eine bessere Wohnraumversorgung

Es gibt unterschiedliche Lösungsansätze zur besseren Wohnraumversorgung: Die folgende Aufzählung bietet einen Anreiz für mögliche Lösungen für eine bessere Wohnraumversorgung.

- Festsetzung von Anteilen preiswerter und bezahlbarer Wohnungen im Wohnungsneubau und die Vergabe von zinslosen Darlehen zum Grunderwerb für sozialen Mietwohnungsbau.

- Bedarfsanalysen, um zielgruppenorientierte Wohnungsversorgung zu ermöglichen

- Flächensparende Bauweise

- Nachverdichtung, sowie die Aufwertung und Umnutzung von Bestandsimmobilien

- Um preisgünstiges Wohnen auch im Bestand umzusetzen, Instrumente des besonderen Städtebaurechts diskutieren, u.a. die Soziale Erhaltungssatzung (§ 172 BauGB), die Sanierungssatzung (nach § 142/§ 136 BauGB) sowie Vorkaufsrecht (nach § 24 BauGB).

- Durch Nachfrageüberhänge und Aufwertungsmaßnahmen gerät preiswerter Wohnraum weiter unter Druck. Neubau kann dies kaum kompensieren. Kooperationen mit Wohnungsunternehmen und Wohnungswirtschaft werden damit wichtiger.

- Remanzeneffekte entgegen wirken z.B. den Umzug von Senioren aus einer inzwischen zu groß gewordenen Wohnung attraktiv gestalten und unterstützen

- Aktivierung un- oder untergenutzten Brachflächen von bereits ausgewiesenem Bauland (z.B. durch Besteuerung von unbebauten Grundstücken), wodurch bereits erschlossene Flächen wieder dem Markt zugefügt werden

- Anreize schaffen für Wohnungsbauinvestitionen durch Beratung

- Erhöhung der Menge an preisgünstigen, einfachen Wohnungen durch den Bau von Wohnungen höheren Standards, die dazu führen, dass Haushalte, die es sich leisten können aus den einfacheren Beständen ausziehen

- Kommunale Wohnungsgesellschaften gründen

- Regelmäßige Überprüfung der Einkommenssituation bei Bewohnern, die heute in preisgebundenen Wohnungen wohnen


Für ein kommunales kreisweites Wohnraumversorgungskonzept ist eine gute empirische Basis notwendig, um beurteilen zu können, unter welchen aktuellen wirtschafts- und wohnungsmarktspezifischen Rahmenbedingungen die Wohnraumversorgung gestaltet werden kann. Dazu gehört eine Wohnungsmarktbeobachtung über Leerstands-, Mieten- und Preisentwicklungen auf Stadt- und Gemeindeebene für unterschiedliche Wohnungstypen und Wohnungsqualitäten ebenso wie eine Analyse der Einkommens- und Nachfrageentwicklung für verschiedene Zielgruppen. Auf diesen Grundlagen sollte eine politische Positionierung zum gemarkungsübergreifendem Bauen kreisweit umgesetzt werden.

Mit dem Start der Vision Bergstraße wird auch das Thema „Wohnraumbedarf“ behandelt. Eine weiterführende Analyse kann in dem Rahmen der Erarbeitung des Kreisentwicklungskonzeptes erfolgen. In diesem Zusammenhang können in Expertengruppen und später im Austausch mit den Bürgern Ideen und Lösungsvorschläge erarbeitet werden bzw. die o.g. Lösungsansätze diskutiert werden.

Zum Thema Wohnen hat sich darüber hinaus bereits hessenweit eine Allianz gebildet, die sich mit der Thematik auseinandersetzt.

Allianz für Wohnen in Hessen
Mit dem Ziel, Strategien für guten und bezahlbaren Wohnungsbau in Hessen zu entwickeln wurde vom HMUKLV 2015 die Allianz für Wohnen in Hessen ins Leben gerufen. In Arbeitsgruppen wurden Handlungsvorschläge erarbeitet von denen 15 in Projektteams weiterverfolgt werden. Diese Handlungsvorschläge sind (in Teilen) auch auf den Kreis Bergstraße übertragbar.

1.    Initiierung und Durchführung von Modellprojekten

2.    Identifizierung und Quantifizierung der Wohnraumbedarfe nach Zielgruppen und Wohnformen

3.    Unterstützung von Genossenschaften

4.    Kampagne „Wohnqualität“

5.    Vergabe von Grundstücken von Gebietskörperschaften nach Konzeptqualität

6.    Ergänzung der sozialen Wohnraumförderung

7.    Überarbeitung der Mustersatzung „Stellplätze“

8.    Einführung regionalisierter steuerlicher Anreize

9.    Leitfaden zum Thema „Nachverdichtung“

10.    Prüfung der Auswirkungen der EnEV

11.    Umwandlung von Liegenschaften, die bisher nicht für Wohnzwecke genutzt werden, in Wohnimmobilien

12.    Kenntnisse über Flächenangebote und –potenziale erlangen

13.    Beteiligung des Landes bzw. von öffentlichen Entwicklungsgesellschaften an der Mobilisierung von Flächen für den Wohnungsbau

14.    Regionale bzw. interkommunale Wohnungsbau- und Infrastrukturkonferenzen

15.    Identifizierung von „Hot Spots“ bzw. Potenzialstandorte im Ländlichen Raum